Last Update 15.08.2010 20:45 Uhr

Victory Vegas


V für Victory

Victory Vegas
auch kurze Überholvorgänge oder Zwischensprints zu, ohne dass das gewählte Zahnradpaar gewechselt werden muss. Der Durchzug der Vegas läst keine (Cruiser) Wünsche offen. Dieser Motor passt von der Charakteristik her einfach super zu einem Cruiser. Dass er dabei auch noch erstaunlich sparsam mit den inzwischen doch recht teurem Treibstoff umgeht und selten mehr als 5,0 Liter auf 100 Kilometer verbrannt werden, fährt der Vegas neben dem günstigen Einstiegspreis in Sachen Wirtschaftlichkeit die volle Punktzahl ein. Wie diese riesigen Brennräume nur so wenig Sprit verbrennen, ist mir schleierhaft, lässt aber nur den Schluss zu, das hier bei allen Tradition hinsichtlich der Bauart und der Optik modernste Motorentechnik zu Werke geht. Dies ist tatsächlich der Fall und so verfügen die Freedom Motoren zum Beispiel über ein gesondertes Motorenmanagement für jeden Zylinder, welches auch Überhitzungsprobleme des hinteren Zylinders zu verhindern weiß. Zum Thema Wirtschaftlichkeit wäre auch noch der wartungsarme Endantrieb mittels Zahnriemen zu nennen, der aufwendige Pflegemaß nahmen entbehrlich macht. Für die Technikfreaks sei noch der Primärantrieb erwähnt, der nicht über Kette, sondern über Zahnräder erfolgt. Das Thema Höchstgeschwindigkeit sollte eigentlich für einen Cruiser keines sein, wen es aber dennoch interessiert, laut Tacho geht sie über 170 km/h. Am meisten Spaß macht sie aber zwischen 80 und 120 km/h. Vor mir endet das vorher endlos scheinende Asphaltband und mündet in eine Querstraße. Also runter vom Gas und Bremsen. Was von einer guten Bremse zu erwarten ist, vermag die Vegas zu bieten. Gute Verzögerungs werte und eine auch für ungeübte Fahrer einfache Dosierbarkeit lassen trotz des Trockengewichts von 293 Kilogramm niemals Stress aufkommen. Nicht überall, wo Victory drauf steht ist auch Victory drin. Zwar steht auf den Bremszangen Victory, hergestellt wird die ganze Anlage aber von Brembo und die verstehen bekanntermaßen so einiges vom Thema Verzögerung. Der nächste Freeway entpuppt sich als Kurvenband, Gelegenheit also, das Fahrwerk der Vegas mal auf Herz und Nieren zu testen. Wer nun

Fotogalerie

glaub, Cruisen bedeute nur gerade aus zu fahren, der wird von der Vegas eines besseren belehrt. Das Fahrwerk mit der herkömmlichen Gabel ist auch außerordentlich kurventauglich. Ein kurzer Zug am Lenker und die Vegas nimmt die gewünschte Richtung. Auch bei höheren Geschwindigkeiten macht das Fahrwerk in Schräglage einen stabilen und zielgenauen Eindruck. Die moderate Bereifung mit einem eher schmalen 90er Vorder und einem 180er Hinterreifen sind an dem überraschend guten Handling sicher nicht ganz unbeteiligt. So machen auch die ostfriesischen Land und Kreisstraßen mit ihren Kurven eine Menge Spaß und erst die leider recht früh aufsetzenden Fußrasten (bzw. deren Angstnippel) setzen der Schräglage ein für das Fahrwerk zu frühes Ende. Aber wer will aufsetzende Fußrasten bei einem Cruiser ernsthaft kritisieren. Das Fahrwerk und die Reifen haben aber eben noch eine Menge Reserven, die ich gern noch ausgelotet hätte. Die übrigen Victory Modelle verfügen über einen 250er Hinterreifen, was zwar fett aussieht, dem Handling aber gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht unbedingt zu Gute kommt. Oft ist weniger auch mehr. Dass aber auch dies Modelle alles andere als unhandlich sind, davon konnte ich mich anlässlich einer kurzen Vergleichsfahrt mit der Hammer überzeugen. Die Verarbeitung der Victory macht einen sehr ordentlichen Eindruck. Auch wenn die Vegas im Vergleich zu den übrigen Modellen eher spartanisch ausgestattet ist, so sind ein analoger Tacho mit digitaler Kilometerstandsanzeige und Tripzähler, Kontrollleuchten für die wichtigsten Funktionen und eine fest zupackende Einscheiben bremsanlage am Vorderrad ausreichend, eine Menge Fahrspaß zu erleben. Wer mehr möchte kann ja zur 1,.500 Euro teureren Hammer (ab 13.990,00 Euro) greifen, die neben einen Upside Down Gabel, Drehzahlmesser, zweiter Bremsscheibe auch die fetteren Reifen bietet. Ein paar Kleinigkeiten, wie die optisch nicht unbedingt ins Gesamtbild passenden Blinker lassen auch der individuellen Umgestaltungsdrang des Eigners noch ein wenig Spielraum, seine Victory aufzupimpen.


Victory Vegas
Harald Abt
Diese Seite bei Mister Wong bookmarken. Diese Seite bei Google bookmarken. Diese Seite bei Yahoo.com bookmarken. Diese Seite bei WebNews bookmarken. Diese Seite bei YiGG bookmarken. Diese Seite bei LinkARENA bookmarken.

Fahrbericht
KTM 690 Duke

Gran Canaria/Spanien - Fahrer von Einzylinder- Motorrädern galten schon immer als besonders eigen. Mittendrin

Fahrbericht
Kawasaki Versys 1000

Costa Adeje/ Teneriffa - Am Anfang war der Einzylinder, dann kam der Boxer und mit ihm der Siegeszug der BMW GS, in

Fahrbericht
Honda Fireblade CBR 1000 RR

Portimao/Portugal - Ungeachtet des naturgemäß schnelllebigen Charakters des Supersport- Genres findet sich hier