Last Update 13.11.2010 17:34 Uhr

Triumph Tiger 800 XC


Triple-Freuden im Gelände

Triumph Tiger 800 XC
Anforderungen der in Kürze in Kraft tretenden Regelungen zur Führerscheinklasse A2. Für Stufenführerschein-Inhaber findet sich ein 34-PS-Kit im offiziellen Triumph-Zubehörprogramm. Im Fahrbetrieb überzeugen aber noch mehr die 79 Nm Drehmoment, die der Motor geschmeidig und bereits ab 1 500 Umdrehungen Vortrieb vermehrend einsetzt. Der Dreizylinder geht sehr weich ans Gas, setzt Befehle spontan und exakt um und erfreut dabei mit erstaunlicher Gleichförmigkeit der Leistungsabgabe bis hoch an 9 000 Touren. Damit ergibt sich ein unheimlich breites nutzbares Drehzahlband, mit dem der Triple auch noch im sechsten Gang ohne zu murren gemütlich durch verwinkelte Dörfer rollt. Als Dreingabe gibt es ein richtig geschmeidiges Sechsganggetriebe, das beste, das Triumph bislang zu bieten hat. Wenn man an dem einzigartigen Antrieb überhaupt etwas aussetzen möchte, dann vielleicht das arg domestizierte Dreizylinder-Fauchen und den leicht über durchschnittlichen Verbrauch, der sich auf der nicht repräsentativen Testrunde ergeben hat. Nachteile bei der Reichweite sind mit dem etwas höheren Konsum nicht verbunden - die Tiger ist mit einem voluminösen 19-Liter-Tank gesegnet, dem größten dieser Klasse. Für artgerechten Einsatz in Feld, Wald und Wiesen ist die Tiger 800 XC mit einer robusten 45 mm Upside-Down-Gabel mit satten 220 mm Federweg und der typischen Offroad-Bereifung mit 21-Zoll-Speichenrad vorn und 17 Zoll hinten versehen. Eine hohe aufrechte Sitzposition und reichlich Bodenfreiheit gehören dazu, aus der Höhe von 845 mm liefert der Sattel der Tiger 800 XC einen unverstellten Überblick über das

Fotogalerie

Verkehrsgeschehen. Auf verwinkelten Sträßchen gefällt die Tiger 800 XC mit einer unbeirrbaren Stabilität bei Geradeauslauf und in Schräglage, mit straffer abgestimmter Dämpfung und Federung des Federbeins ergibt sich ein geradezu sportives Fahrvergnügen. Vertrauen erweckend und nachvollziehbar biegt die Tiger in die Ecken. Beim Thema Bremsen profitiert der Tiger-Treiber von den Asphalt-Erfahrungen der Engländer, die ihre 800er mit einer Doppelscheibenbremse vorn versehen. Diese agiert jedoch nicht bissig, sondern entwickelt ihre Wirkung gleichmäßig und entsprechend der aufgewendeten Handkraft. Hinten blockiert die Einzelscheibe jedoch zu früh. Mit optionalem ABS kommt die Tiger leider erst im nächsten Jahr, deshalb war bei diesem Fahrtermin noch kein Test möglich. Wer seine Tiger 800 XC lieber abseits befestigter Wege bewegt, sollte die dafür vorgesehene grobstollige Metzeler Karoo-Paarung montieren. Damit bekommt die Tiger die benötigte Traktion auf losem Untergrund. Gemeinsam mit dem sehr durchzugsstarken Motor lässt sich die Triumph damit vergleichsweise leicht über Stock und Stein bewegen. Die im Zubehör angebotenen Schutz-Maßnahmen für Ölwanne und Motor sollten jedoch angebaut sein, um mögliche Schäden zu minimieren. Mit ihren tollen Fahreigenschaften on- sowie offroad, der hochwertigen Anmutung und dem genialen Dreizylinder feiert die Tiger 800 XC eine beeindruckende Premiere. Und der nicht zu hohe Preis von 9 590 Euro (mit ABS: 10 190 Euro) wird dazu führen, dass der britische Tiger im bajuwarischen Revier wildern dürfte.


Triumph Tiger 800 XC
Thilo Kozik/mid
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