Last Update 03.05.2011 10:02 Uhr

Triumph America


Langer, tiefer Britencruiser -

Triumph America
kerniger hätte sein dürfen. Die modernen Geräuschbestimmungen haben vor allem das Standgeräusch beschnitten. Wer genau hinhört - und dabei die Augen schließt - kann sich indes in die Irre geführt fühlen. Denn das mit einem Hubzapfenversatz von 270 Grad arbeitende Triebwerk imitiert den Klang eines V-Twins. Der Verbrauch des Aggregats hält sich mit durchschnittlich 5,4 Litern im moderaten Bereich, was in Kombination mit dem 19,3 Liter messenden Tank Reichweiten von gut 350 Kilometern erlaubt. Doch zurück zum Sound. Wer den nämlich erleben will, der muss erst einmal das Zündschloss finden, das sich nach wie vor auf der linken Seite kurz vor dem Federbein versteckt. Spaßvögel drücken gern mal einem Freund den Schlüssel in die Hand - und stoppen dann die Zeit: Eine halbe Minute kann hier schon vergehen, bis der Schlüssel seinen Platz findet. Das kann man jedoch wie auch den nicht abschließbaren Tank noch als liebenswerte Eigenart betrachten, im Gegensatz zum Seitenständer: Das Ausklappen gestaltet sich extrem fummelig. Eine America kauft man jedoch nicht zum Abstellen, sondern zum Fahren, und hier bietet die Triumph feines Cruiserfeeling. Entspannt thront man hinter dem nach hinten gezogenen Lenker, während der

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quirlige Zweizylinder durchaus zügiges Vorankommen erlaubt. Vollgetankt bringt die Britin exakt 250 Kilogramm auf die Waage. Natürlich spürt man den breiteren Vorderreifen, und auch die früh aufsetzenden Rasten setzen einer sportliche Gangarten enge Limits. Wer jedoch gelassen durchs Land gleiten möchte, ohne im Notfall auf Durchzugsreserven verzichten zu müssen, der wird auf der America seinen Spaß haben. Die Höchstgeschwindigkeit von 152 km/h hat daher eher statistische Aussagekraft. Ein cool aussehendes und dennoch leicht fahrbares Motorrad sollte die neue America werden - und das ist der Entwicklungsabteilung allemal gelungen. Ob nun in Metallic Phantom Black oder für 200 Euro Aufpreis im Zweifarblook Eclipse Blue mit Crystal White geordert: Die America ist eine wohltuende Bereicherung im Segment der Mittelklasse-Cruiser. Der gelungene Paralleltwin stellt eine echte Alternative zur Phalanx der üblichen V-Twins der Wettbewerber dar, während die diversen verchromten Oberflächen den klassischen Anspruch unterstreichen. Alles in allem ist der Thunderbird somit eine durchaus respektable kleine Schwester zur Seite gestellt worden, die man aber nicht unterschätzen sollte.
Heiko Wacker/mid
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