Last Update 09.01.2009 18:06 Uhr

Test Suzuki GSX-R 750


Die Legende lebt

Test Suzuki GSX-R 750
die gängigen 600er an Leistung nachlassen legt die 750er noch merklich zu. Dabei lässt sich die GSX-R kein Leistungsloch oder –einbruch nachsagen. Bis 15.000 U/Min. geht die Suzi ab wie Schmidts Katze, bleibt aber bis hin zur Höchstgeschwindigkeit von nahezu 300 km/h laut Tacho jederzeit gut beherrschbar. So einen Antrieb wünscht man sich auch für die Rennstrecke und ob Rennstreckenneuling oder Semiprofi, mit der GSX-R machen dort alle eine gute Figur. Die Akustik der GSX-R wird von den wunderbaren Ansauggeräuschen bestimmt, die die Angriffslust des Piloten weiter fördern und auch für ein merkliches Grinsen unterm Helm verantwortlich sind. Dazu trägt natürlich auch das supersportliche Fahrwerk bei, welches in Sachen Handling, Einlenkverhalten, Zielgenauigkeit, Kurvenstabilität und Geradeauslauf nur Bestnoten verdient. Der Federungskomfort der natürlich voll einstellbaren Dämpferelemente ist sportlich aber auch sämig, was der sportlich orientierte Fahrer gerade bei unverhofften Fahrbahnunebenheiten doch sehr zu schätzen weiß. Das Ansprechverhalten der Gabel ist sehr feinfühlig, was bei Bodenwellen und Fahrbahnflicken ein unschätzbarer Sicherheitsvorteil ist. Denn eins muss man sicher konstatieren, wer auf der Suzuki GSX-R 750 unterwegs ist, der tut dies sportlich und etwaige Geschwindigkeitsbeschränkungen werden nur allzu schnell vergessen. Dass solche Ausritte neben etwaigen Radarmessungen nicht zu weiteren Unannehmlichkeiten führen, dafür sorgt das tolle Fahrwerk der GSX-R, das man wohl ohne Übertreibung als perfekt bezeichnen darf. Mir jedenfalls ist es nicht

Test Suzuki GSX-R 750

gelungen, irgendwelche Fahrwerksschwächen auch nur ansatzweise aufzudecken. Ob es mir auch gelungen ist, alle Radarmessungen zu vermeiden, weiß ich allerdings noch nicht mit hinreichender Sicherheit.Das toll zu schaltende, optimal auf die Motorcharakteristik abgestimmte Sechsganggetriebe wird durch eine Anti-Hopping-Kupplung vom Motor getrennt. Dieses Schmankerl verdient es, gesondert erwähnt zu werden. Wer schnell unterwegs ist, der sollte auch über gute Bremsen verfügen. Diesbezüglich ist man mit der Suzuki GSX-R 750 auf der ganz sicheren Seite. Die vordere Doppelscheibenbremse mit den radial montierten Vierkolbensätteln beißt nicht nur vehement zu, sie ist dank der Radialpumpe am Handbremshebel auch perfekt dosierbar und absolut standfest. So werden Stoppies zu einer leichten Übung. Wer sich nun fragt, was hat eine 750er gegenüber einer 600er oder einer 1000er an Vorteilen, dem sei gesagt, dass die GSX-R 750 von Suzuki die Vorteile beider Klassen in sich vereint: In Sachen Fahrwerk ist sie handlich und agil wie eine 600er und hinsichtlich der Leistungsentfaltung kommt sie einer 1000er doch schon gefährlich nahe. Immerhin verfügt sie gegenüber ihrer „kleinen Schwester“ um 25 Mehr-PS bei nur 2 Kilogramm Mehrgewicht. Das sind Argumente, die zählen. Damit ist sie sowohl auf der Landstraße, wie auch auf der Rennstrecke einfach die bessere Wahl. Dass die Suzuki GSX-R mit einem Preis von 11.590,00 Euro auch noch rund 2.000 Euro günstiger ist wie eine aktuelle 1000er, spricht auch wohl nicht gegen ihre Anschaffung.
H. Abt
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