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Fahrbericht
Last Update 09.01.2009 18:06 Uhr
Moto Guzzi Stelvio 1200
Angriff auf die Weißwurst
Mit der Stelvio 1200 will Moto Guzzi dem Bestseller BMW R 1200 GS Konkurrenz bei den Reise-Enduros machen. Wer italienisches Design mag, wird sich auch am neuen, eigenständigen und leistungsstarken V2-Motor erfreuen, der Fahrfreude auf südländische Art und Weise interpretiert Auf der Riesenlandwand läuft gerade ein Werbefilm. Vorgestellt wird die neue Moto Guzzi Stelvi 1200, eine Reise-Enduro, die von der Seite betrachtet fast mit einer BMW R 1200 GS verwechselt werden könnte. Von der Leinwand spritzen dem Betrachter Schottersteine entgegen, die das Hinterrad aufgewirbelt hat. Dann Schnitt, nun kommt einem die Guzzi im Wheelie entgegen, dann fliegen wieder Steine, dann Wheelie, dann Steine...es geht recht martialisch zu. Nun gut, wir sind in Italien, da wird selbst das Thema Reisen sportlicher interpretiert als hierzulande. Vielleicht will man auch nur die offensichtliche Nähe zum BMW-Bestseller R 1200 GS nicht zu eng erscheinen lassen.
Warum eigentlich? Bei der Ausstattung muss man sich nicht verstecken:
Multifunktionsdisplay im Cockpit, höhenverstellbares Windschild, heizbare Lenkergriffe, verstellbarer Brems- und Kupplungshebel, in den Rahmen integrierte Kofferhalter, variable Sitzhöhe, Speichenräder, Einarmschwinge, Kardanantrieb und natürlich die aktuellste Version des neuen V2-Vierventilmotors, der bereits in der Griso 8V seinen Dienst verrichtet. Auf den Motor sind die Guzzi-Techniker besonders stolz, schließlich habe man ihn in der Rekordzeit von eineinhalb Jahren entwickelt und zum Einsatz gebracht. Er besitzt zwar immer noch das markentypische Layout eines luft-/ölgekühlten und längs eingebauten 90-Grad-V2, dank größerer Bohrung auf 95 mm sowie längerem Hub von 81,2 Millimetern beträgt sein Hubraum nun 1151 Kubikzentimeter. Mehr als 75 Prozent der Bauteile wurden gegenüber dem alten Zweiventil-Motor ausgetauscht. Wesentlicher Unterschied ist der neue Zylinderkopf, in dem jetzt eine Nockenwelle, per Zahnkette angetrieben, vier Ventile steuert. Das Resultat sind eine kompaktere Bauweise und eine Leistungssteigerung bei der Stelvio auf 105 PS bei 7000/min sowie ein Drehmoment von 108

 Motor
Luft-/Ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90°-Vaumotor, eine obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle, vier Ventile pro Zylinder, elektronische Benzineinspritzung mit 50 mm Drosselklappendurchmesser, geregelter Katalysator, E-Starter.
Bohrung x Hub: 95 mm x 81,2 mm
Hubraum: 1151 cm3
Leistung: 77 kW (105 PS) bei 7.000 U/min
Max. Drehmoment: 108 Nm bei 6.500 U/min
Verdichtungsverhältnis: 11 : 1
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Kraftübertragung: Sechsganggetriebe, Ein-Scheiben-Trockenkupplung, Kardan mit zwei Kreuzgelenken.
Fahrwerk:
Stahlrohr-Brückenrahmen, vorn in Federvorspannung, Zug- und Druckstufendämpfung verstellbare Upside-down-Gabel mit 50 mm Gleitrohrdurchmesser und 170 mm Federweg, hinten Einarmschwinge, in Federvorspannung, Zug- und Druckstufendämpfung verstellbares Zentralfederbein mit 155 mm Federweg.
Bremsen: Vorn 320 mm-Doppelscheibenbremse mit radial montierten Vierkolben-Zange, hinten 282 mm-Einscheibenbremse mit Zweikolben-Zange.
Räder: Aluminium-Speichenräder, vorn 2.50 x 19, hinten 5.50 x 17
Bereifung: Vorn 110/90 ZR 19, hinten 180/55 ZR 17
Elektrik: 12 V, 550 W
Maße und Gewichte:
Trockengewicht: 251 kg
Tankinhalt: 18 Liter
Sitzhöhe: 820 bis 840 mm
Radstand: 1535 mm
Preis/Garantie/Inspektion
Preis: 12750,- Euro inkl. Nebenkosten (optionales ABS ab Juni circa 700 Euro Aufpreis)
Garantie: Zwei Jahre Nm bei 6500/min. Das sind satte 20 PS mehr als beim alten Guzzi-Zweiventiler.
Auch deshalb ist der V2 ist ein wahres Kraftpaket. Ein leichter Druck auf den Starterknopf, der ungewöhnlich über einen Wippmechanismus funktioniert und gleichzeitig als Kill-Schalter dient, schon schüttelt sich die ganze Maschine in bekannter Guzzi-Manier. Im Leerlauf wackeln die Lenkerenden, als wollten sie Boogie tanzen. Die Vibrationen lassen sofort nach, sobald der Gasgriff nur ein paar Millimeter gedreht wird. Weich flutschen die einzelnen Gänge des Sechs-Gang-Getriebes ein und auf den formschönen Speichenrädern rollt die Stelvio gelassen ihrem Ziel entgegen. Bis 4500/min kann man die Leistungsentfaltung als unspektakulär bezeichnen, danach explodiert sie förmlich. Als hätte man den Turbo eingeschaltet, schießt sie mit Macht vorwärts. Bei 8000/min signalisieren Warnlämpchen, dass der Rote Bereich längst überschritten ist. Dieser Bruch im Drehzahlband ist nicht unbedingt jedermanns Sache, zumal gerade im unteren und mittleren Drehzahlbereich die entscheidenden Fahrmanöver wie Überholen und das Beschleunigen aus der Kurve stattfinden. Diese Besonderheit ist den Technikern bekannt, durch verschiedene Mapping-Einstellungen hat man versucht, sie etwas zu neutralisieren. Wenn man diese Motor-Charakteristik unter \"persönliches Empfinden\" ablegen kann, so gibt es in Sachen Ergonomie kaum Meinungsverschiedenheiten.
Die Sitzposition auf der zweigeteilten Bank ist entspannt, die Sitzhöhe lässt sich auf 820 bzw. 840 mm einstellen. Auf einer BMW R 1200 GS hat man die Wahl zwischen 810 und 890 mm. Der Abstand zum ein Meter breiten Lenker passt großen wie kleinen Menschen, auch die Fußrasten sind gut erreichbar und der Kniewinkel nicht zu steil. Dass größere Fahrer mit ihren Knien an die herausragenden Zylinder stoßen, mag man als störend
Mit einem Grundpreis von 12.750 Euro (ohne Koffer, ABS usw.) bewegt sich Moto Guzzi auf dem gleichen Niveau wie der bayerische Mitbewerber (12.500 Euro). Es gilt sich also zu entscheiden zwischen einem bayerischen Bestseller und einem italienischen Newcomer vielleicht hilft da ja der Werbesport.
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empfinden, fällt während des Fahrens aber kaum ins Gewicht. Spürbar ist dagegen der Unterschied, in welcher Stellung sich das mechanisch verstellbare Windschild befindet. Subjektiv waren die Windgeräusche um den Helm in der höheren Position deutlich geringer. Warum allerdings die beheizbaren Lenkergriffe über den Schalter des Multifunktionsdisplays gesteuert werden und nicht über einen einfachen Kippschalter wie bei der BMW GS, mag nur durch die digitale Verspieltheit der Italiener erklärbar sein. Wann der Schalter gedrückt, geschoben oder gehalten werden muss, um die richtige Funktion anzuzeigen, wird man erst nach eingehendem Studium der Betriebsanleitung verstehen. Eine nützliche und in die Digitaltechnik einfach zu integrierende Ganganzeige fehlt dagegen.
Wenig auszusetzen gibt es beim Fahrwerk. Bauartbedingt liegt der Schwerpunkt der Stelvio zwar recht hoch, was das Handling erschweren könnte, doch die fahrfertig immerhin 265 Kilogramm (BMW GS 242 kg) wiegende Enduro überrascht mit einer erstaunlichen Wendigkeit und zielgenauen Lenkbarkeit. Die 50er Upside-down-Gabel vorne und das 155 mm Federweg bietende Zentralfederbein sind voll in Druck- und Zugstufe einstellbar und zeigen sich sowohl auf Asphalt wie auch im Gelände den Herausforderungen grober Fahrbahndecken gewachsen. Das gilt auch für die Bremsanlage mit zwei schwimmend gelagerten Bremsscheiben und Vierkolben-Radialbremszangen vorne und einer Edelstahl-Bremsscheibe mit Zwei-Kolben-Zange hinten. Allerdings bedarf es doch einer kräftigen Hand, um den Bremshebel punktgenau zu bedienen. Ein ABS ist momentan noch nicht verfügbar, es soll optional für etwa 700 Euro Aufpreis ab Juni dieses Jahres angeboten werden. Aufpreispflichtig sind auch das Koffersystem sowie der auf die Stelvio passende Tankrucksack.
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Fotos: Moto Guzzi
Norbert Meiszies
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Malaga/Spanien - Der traditionsreiche britische Motorradsteller Triumph versteht sich auf den Bau klassischer
Tarragona/Spanien - Sportler sind out, Reiseenduros sind in, auf diesen kurzen Nenner lässt sich die
Bensheim - Ab in die Werkstatt heißt es für alle Zweiradfahrer, die eine Suzuki DL 650 V- Strom oder einen Suzuki
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Auf der Riesenlandwand läuft gerade###ein Werbefilm. Vorgestellt wird die neue###Moto Guzzi Stelvi 1200, eine Reise-###Enduro, die von der Seite betrachtet fast###mit einer BMW R 1200 GS verwechselt###werden könnte. Von der Leinwand###spritzen dem Betrachter Schottersteine###entgegen, die das Hinterrad###aufgewirbelt hat. Dann Schnitt, nun###kommt einem die Guzzi im Wheelie###entgegen, dann fliegen wieder Steine,###dann Wheelie, dann Steine...es geht###recht martialisch zu. Nun gut, wir sind in###Italien, da wird selbst das Thema###Reisen sportlicher interpretiert als###hierzulande. Vielleicht will man auch nur###die offensichtliche Nähe zum BMW-###Bestseller R 1200 GS nicht zu eng###erscheinen lassen.
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###Warum eigentlich? Bei der Ausstattung###muss man sich nicht verstecken:
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###Multifunktionsdisplay im Cockpit,###höhenverstellbares Windschild,###heizbare Lenkergriffe, verstellbarer###Brems- und Kupplungshebel, in den###Rahmen integrierte Kofferhalter,###variable Sitzhöhe, Speichenräder,###Einarmschwinge, Kardanantrieb und###natürlich die aktuellste Version des###neuen V2- Vierventilmotors, der bereits###in der Griso 8V seinen Dienst verrichtet.###Auf den Motor sind die Guzzi- Techniker###besonders stolz, schließlich habe man###ihn in der Rekordzeit von eineinhalb###Jahren entwickelt und zum Einsatz###gebracht. Er besitzt zwar immer noch###das markentypische Layout eines luft-###/ölgekühlten und längs eingebauten 90-###Grad- V2, dank größerer Bohrung auf 95###mm sowie längerem Hub von 81,2###Millimetern beträgt sein Hubraum nun###1151 Kubikzentimeter. Mehr als 75###Prozent der Bauteile wurden gegenüber###dem alten Zweiventil- Motor###ausgetauscht. Wesentlicher###Unterschied ist der neue Zylinderkopf, in###dem jetzt eine Nockenwelle, per###Zahnkette angetrieben, vier Ventile###steuert. Das Resultat sind eine###kompaktere Bauweise und eine###Leistungssteigerung bei der Stelvio auf###105 PS bei 7000/min sowie ein###Drehmoment von 108 Nm bei 6500/min.###Das sind satte 20 PS mehr als beim###alten Guzzi- Zweiventiler.
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###Auch deshalb ist der V2 ist ein wahres###Kraftpaket. Ein leichter Druck auf den###Starterknopf, der ungewöhnlich über###einen Wippmechanismus funktioniert###und gleichzeitig als Kill- Schalter dient,###schon schüttelt sich die ganze###Maschine in bekannter Guzzi- Manier. Im###Leerlauf wackeln die Lenkerenden, als###wollten sie Boogie tanzen. Die###Vibrationen lassen sofort nach, sobald###der Gasgriff nur ein paar Millimeter###gedreht wird. Weich flutschen die###einzelnen Gänge des Sechs- Gang-###Getriebes ein und auf den formschönen###Speichenrädern rollt die Stelvio###gelassen ihrem Ziel entgegen. Bis###4500/min kann man die###Leistungsentfaltung als unspektakulär###bezeichnen, danach explodiert sie###förmlich. Als hätte man den Turbo###eingeschaltet, schießt sie mit Macht###vorwärts. Bei 8000/min signalisieren###Warnlämpchen, dass der Rote Bereich###längst überschritten ist. Dieser Bruch im###Drehzahlband ist nicht unbedingt###jedermanns Sache, zumal gerade im###unteren und mittleren Drehzahlbereich###die entscheidenden Fahrmanöver wie###Überholen und das Beschleunigen aus###der Kurve stattfinden. Diese###Besonderheit ist den Technikern###bekannt, durch verschiedene Mapping-###Einstellungen hat man versucht, sie###etwas zu neutralisieren. Wenn man###diese Motor- Charakteristik unter###\"persönliches Empfinden\" ablegen###kann, so gibt es in Sachen Ergonomie###kaum Meinungsverschiedenheiten.
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###Die Sitzposition auf der zweigeteilten###Bank ist entspannt, die Sitzhöhe lässt###sich auf 820 bzw. 840 mm einstellen.###Auf einer BMW R 1200 GS hat man die###Wahl zwischen 810 und 890 mm. Der###Abstand zum ein Meter breiten Lenker###passt großen wie kleinen Menschen,###auch die Fußrasten sind gut erreichbar###und der Kniewinkel nicht zu steil. Dass###größere Fahrer mit ihren Knien an die###herausragenden Zylinder stoßen, mag###man als störend empfinden, fällt###während des Fahrens aber kaum ins###Gewicht. Spürbar ist dagegen der###Unterschied, in welcher Stellung sich###das mechanisch verstellbare###Windschild befindet. Subjektiv waren die###Windgeräusche um den Helm in der###höheren Position deutlich geringer.###Warum allerdings die beheizbaren###Lenkergriffe über den Schalter des###Multifunktionsdisplays gesteuert werden###und nicht über einen einfachen###Kippschalter wie bei der BMW GS, mag###nur durch die digitale Verspieltheit der###Italiener erklärbar sein. Wann der###Schalter gedrückt, geschoben oder###gehalten werden muss, um die richtige###Funktion anzuzeigen, wird man erst###nach eingehendem Studium der###Betriebsanleitung verstehen. Eine###nützliche und in die Digitaltechnik###einfach zu integrierende Ganganzeige###fehlt dagegen.
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###Wenig auszusetzen gibt es beim###Fahrwerk. Bauartbedingt liegt der###Schwerpunkt der Stelvio zwar recht###hoch, was das Handling erschweren###könnte, doch die fahrfertig immerhin###265 Kilogramm (BMW GS 242 kg)###wiegende Enduro überrascht mit einer###erstaunlichen Wendigkeit und###zielgenauen Lenkbarkeit. Die 50er###Upside- down- Gabel vorne und das###155 mm Federweg bietende###Zentralfederbein sind voll in Druck- und###Zugstufe einstellbar und zeigen sich###sowohl auf Asphalt wie auch im###Gelände den Herausforderungen###grober Fahrbahndecken gewachsen.###Das gilt auch für die Bremsanlage mit###zwei schwimmend gelagerten###Bremsscheiben und Vierkolben-###Radialbremszangen vorne und einer###Edelstahl- Bremsscheibe mit Zwei-###Kolben- Zange hinten. Allerdings bedarf###es doch einer kräftigen Hand, um den###Bremshebel punktgenau zu bedienen.###Ein ABS ist momentan noch nicht###verfügbar, es soll optional für etwa 700###Euro Aufpreis ab Juni dieses Jahres###angeboten werden. Aufpreispflichtig###sind auch das Koffersystem sowie der###auf die Stelvio passende Tankrucksack.