Last Update 30.03.2010 21:13 Uhr

Moto Guzzi Bellagio


Aquila Nera - Schwarz gemalt

Moto Guzzi Bellagio
linken Seite bringt sie es auf respektable 55 kW/75 PS und 78 Nm maximales Drehmoment. Nach dem Anlassen spürt man förmlich, dass dieser 936 ccm große V-Motor lebt - er schüttelt sich, brabbelt niedrigfrequent aus den Auspufftöpfen und massiert den Körper mit wohltuenden Vibrationen. Lastwechsel-Reaktionen, ein lästiges Phänomen des Kardan-Antriebs, sind fast nicht mehr vorhanden. Etwas viel Handkraft verlangt die Kupplung beim Einlegen des ersten von sechs Gängen, doch dann geht der Motor geschmeidig zur Sache. Flott marschiert die Bellagio und drückt gleichmäßig voran. Der Vortrieb fällt akzeptabel, aber nicht umwerfend aus. Unauffällig, aber durchaus wirksam arbeiten die separaten, und nicht wie bei vielen Guzzis als Integral-Bremse ausgeführten Brembo-Stopper. Allerdings gibt es immer noch kein ABS, das verlangen laut Hersteller angeblich nur die pingeligen Deutschen. Diese relaxte Einstellung passt zum Motorrad. Die Bellagio ist nämlich ein Allroundbike im klassischen Sinne. Das fällt schon beim Platznehmen auf der 76 Zentimeter niedrigen Sitzbank auf. Trotz dieser martialisch gedrungenen Aufmachung mit dickem Tropfentank, gerader Bullbar-Lenkstange und böser Lackierung heißt es beim Aufsitzen: Passt. Den Oberkörper leicht aktiv vorgebeugt und dennoch stets entspannt, finden die Füße auf den

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leicht vorgelagerten Rasten guten Halt. So im Bike integriert lässt sich die Bellagio auch auf kniffligen Abschnitten verschlungener Sträßchen gut kontrollieren. Ungeachtet der 237 Kilogramm Gewicht geht die Guzzi flott ums Eck, lässt sich ohne Mühe abwinkeln und hält die vorgegebene Linie recht stabil ein. Schnelle Wechselkurven und enge Kehren stellen kein Problem, sondern eher ein Vergnügen dar. Die Bellagio vermittelt auf Anhieb eine unkomplizierte und aktive Fahrfreude. Selbst auf einem Flickenteppich von Straße überzeugt das komfortable Fahrwerk. Für flotteres Fahren lässt sich die 45er Telegabel in Zug- wie Druckstufendämpfung variieren, das Federbein verfügt über eine hydraulische Federbasisverstellung per Handrad, die Zugstufendämpfung ist ebenfalls justierbar. Einziges Manko: Der unnötig breite 180er Schlappen sorgt im Konzert mit dem ungewöhnlich großen 18-Zoll-Rad vorn dafür, dass die Guzzi in Schräglage immer etwas weiter abklappt als gewollt. Doch das ist weniger dramatisch als es sich anhören mag. Zur unproblematischen Agilität gesellt sich eine gute Ausstattung mit übersichtlichen Kombi-Instrument und einstellbaren Hebeleien sowie ein akzeptabler Preis von 10770 Euro. Diese Bellagio ist nicht nur etwas für eingefleischte Guzzi-Fans.


Moto Guzzi Bellagio
Thilo Kozik/mid
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