Last Update 09.01.2009 18:06 Uhr

KTM LC04 Modell 1999


Die Mehrzahl der verkauften Enduros wird von ihren Eigentümern überwiegend auf befestigten Straßen und nur selten im Gelände bewegt. Um die Straßentauglichkeit zu verbessern wurden bereits in den 80er Jahren viele Enduros auf straßentaugliche Bereifung oder gar mit anderen Felgen umgerüstet.

so richtig auf. Dank des durchzugsstarken 50 PS starken Motors, des hervorragend zu schaltenden, gut abgestimmten Fünfganggetriebes und der jederzeit sauberer Gasannahme ist sie hier in ihrem Element. Je enger der Kurvenradius desto größer der Spaßfaktor mit der KTM. Vervollständigt wird der Spaß am Kurvenräubern durch das leichte (Leergewicht 137 kg), superhandliche Fahrwerk, das vollständig dem 640er Enduromodell entspricht. Ausgestattet mit edlen Komponenten wie einer verwindungssteifen Telegabel von White Power mit 50 mm Standrohren und einem verstellbaren Zentralfederbein ebenfalls von White Power sind alle Voraussetzungen für optimales Fahrverhalten vorhanden. Und das zahlt sich aus. Mit der Supermoto wird jede Nebenstraße zur Rennstrecke. Selbst schlechte Straßen mit tiefen Schlaglöchern können dem Fahrspaß dank langer Federwege und hervorragend ansprechender Federelemente keinem Abbruch tun. Der große Negativfederweg sorgt dafür, daß auch das Hinterrad jederzeit den Kontakt zur Fahrbahn aufrecht erhält. Lediglich die Geschwindigkeitsbeschränkungen, die sich just dort befinden, wo die Kurven am schönsten sind, wirken sich \"spaßmindernd\" aus, sofern man sich \"gesetzeskonform\" verhält. Wie von selbst fällt die Supermoto ohne Kraftaufwand von einer Kurve in die nächste. Die Schräglagenfreiheit kennt natürlich keine Grenzen und die Haftungseigenschaften der serienmäßigen Pirellibereifung verdienen sich besonderes Lob. Lediglich bei höherem Tempo ab etwa 140 km/h bringt die aufrechte Haltung des Fahrers und der dadurch bedingte Winddruck auf den Oberkörper eine leichte Unruhe ins Fahrwerk, welche sich mit leichten, für Enduros durchaus typischen Pendelbewegungen im Bereich des Vorderrades bemerkbar macht. Die Fahrwerksunruhe wird aber zu keinem Zeitpunkt kritisch und bedarf lediglich einiger Gewöhnung. Stellt die Handlichkeit der Supermoto für erfahrene Enduropiloten noch keine Überraschung dar, ist dies bei der Bremsanlage der KTM sehr wohl der Fall. Während die Bremsen vieler Enduromodelle auf befestigten Straßen schnell an ihre Grenzen gelangen, sind die Stopper der Supermoto auch dem Straßeneinsatz jederzeit gewachsen. Die Vorderradbremse mit einer Bremsscheibe (300 mm Durchmesser) von Brembo ist sehr gut zu dosieren und verzögert mehr als ausreichend. Die erforderlichen Handkräfte für eine Vollbremsung sind angemessen und auch nach mehrmaligem scharfen Bremsen zeigt die Anlage keine Ermüdungserscheinungen. Auch die Hinterradbremse (Bremsscheibendurchmesser 220 mm) überzeugt durch gute Verzögerungswerte und gute Dosierbarkeit. Die Ausstattung der KTM Supermoto beschränkt sich zwar auf das Notwendige (Wir lassen alles weg, was Sie nicht brauchen -
serienmäßig!), läßt aber dennoch keine Wünsche offen. Alle Bedienelemente sind funktional angeordnet und gut zu bedienen. Auffallend sind verschiedene liebevoll gelöste Detaillösungen, wie die kleinen kurzen Blinker, die kleine Gepäckbrücke und das stilistisch gelungene hochgezogene Heck der Supermoto. Der einschließlich Reserve 12 Liter fassende Tank erlaubt bei forscher Fahrweise eine Reichweite von ca. 200 Kilometern. Wem dies zu wenig ist, kann die Supermoto optional auch mit 18 Liter Tank ordern, was bei einem Durchschnittsverbrauch von knapp 6 Litern eine zusätzliche Reichweite von 100 Kilometern zuläßt. Nur ein kleiner Wehrmutstropfen trübt das Gesamtbild. So optimal sich die Sitzbank auch dem filigranen Erscheinungbild der Supermoto anpaßt, wer gerne auch etwas mehr Zeit am Stück auf der KTM verbringen möchte, und das werden die meisten sein, wünscht sich nach spätestens zwei Stunden Fahrzeit doch eine weichere Sitzbank. Mag die Sitzbank für eine Hardenduro vom Schlage der KTM LC 4, die überwiegen in den Rasten stehend im Gelände bewegt wird, durchaus angemessen sein, hat es nichts mit \"Warmduscherei\" zu tun, wenn sich nach ausgiebiger Kurvenjagt leichter Druck an den Pobacken bemerkbar macht. Gleiches gilt übrigens für den Soziussitzplatz, der ansonsten einen durchaus erträglichen Aufenthalt gewährt und so das Supermoto Fahrvergnügen auch mit doppelter Besetzung ermöglicht. Die Verarbeitungsqualität der KTM ist über jeden Zweifel erhaben. Die Schweißnähte am Rahmen, die Qualität der Lackierung und der formschöne aus Edelmetall gefertigte Endtopf unterstreichen diesen Eindruck. Die angebotene Lackierung in silber-schwarz ist zudem eher unempfindlich gegenüber Verunreinigungen, was insbesondere nach Regenfahrten deutlich wird. Dies soll aber nicht heißen, eine Supermoto sollte nicht gepflegt werden. Die einschließlich Fracht zum Preis von 14.495,- DM angebotene KTM LC4-E640 Supermoto ist zwar kein Sonderangebot, man darf aber in Anbetracht der edlen Fahrwerkskomponenten und des bewährten Motors durchaus von einem angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen. Für diejenigen, die auf den E-Starter und die kleine Gepäckbrücke verzichten können wird die LC4-E620 Supermoto mit 609 ccm Hubraum für 300,- DM weniger angeboten. Wer auch gern mal Ausflüge ins Gelände unternimmt, dem sei angeraten sich einen zweiten Satz (Enduro-)Felgen mit entsprechender grobstolliger Bereifung zuzulegen. Gegen einen moderaten Mehrpreis erhält man dann quasi ein zweites Sport- und Spaßgerät, welches einem erlaubt, doppelt Spaß zu haben. Aber \"Vorsicht\", Der Bundesverkehrsminister warnt: \"KTM LC4 Supermoto-Fahren macht süchtig\".
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