Last Update 02.02.2012 18:09 Uhr

KTM 690 Duke


Herzbube aus Österreich -

KTM 690 Duke
Die Ergonomie der neuen KTM 690 Duke fällt entspannt und locker aus und integriert dabei den Fahrer auf hervorragende Weise ins Fahrzeug.
die handlingfreundliche Geometrie und das sensationell niedrige Trockengewicht von 146 kg mit idealer Verteilung von 50:50 zwischen vorn und hinten sorgen für sehr herzerfrischende, jederzeit kalkulierbare Agilität. Fast auf einen Wimpernschlag biegt die Duke in die Kurve, fällt zunächst etwas schnell in Schräglage, geht dann jedoch sehr kontrollierbar weiter nach unten. Boden- und Schräglagenfreiheit sind voll ausreichend. Ohne Kraftaufwand zirkelt die Duke durch Wechselkurven, meistert Spitzkehren und langgezogene Radien spielerisch souverän, selbst nach langen Abschnitten mit abwechslungsreicher Spaghetti-Straßen stellt sich keine Ermüdung, sondern der Wunsch nach mehr ein. Dass die Federelemente ohne Einstellmechanismen auskommen müssen ist verschmerzbar, der dargebotene Kompromiss aus Komfort und Stabilität geht für die weitaus meisten Spielarten und Untergründe in Ordnung. Lediglich beim heftigen Umlegen wünschten sich ambitionierte Landstraßenheizer eine sattere Dämpfung. Ein großes Lob heimsen die Mattighofener für das serienmäßige Bosch-ABS ein, ebenfalls eine Neuerung für 2012. Feinfühlig dosierbar und sportlich abgestimmt regelt das System vorne spät und sehr sanft, ermöglicht dadurch kurze Bremswege und erlaubt dem Piloten ein Höchstmaß an Kontrolle. Hinten greift’s spürbar früher ein, doch wer mag, kann das gesamte ABS vom Cockpit aus abschalten. Fürs breite Einsatzspektrum der neuen Duke sorgen aber nicht nur Ergonomie und Fahrwerk, auch der Motor bekam für 2012 sein, noch alltagstauglicher machendes, Fett weg. Nach wie vor rast ein handtellergroßer Schmiede-Kolben im Zylinder auf und ab und pumpt 52 kW/70 PS und 70 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle, der 690er KTM LC4-Single ist damit der stärkste Einzylinder weit und breit. Eine Doppelzündung mit separaten Kennfeldern für jede Zündkerze und ein Drive-by-wire-System bringen dem Kraftprotz Manieren nach Wunsch bei:

Unterm Soziussitz befindet sich ein kleines Wahlrad, mit dem das Ansprechverhalten des Motors unter Beibehaltung der Maximalwerte auf sanft, normal oder sportlich getrimmt werden kann. Schade nur, dass dieses System nicht vom Lenker aus bedienbar ist - die Verlegung dorthin wäre zu teuer gewesen, heißt es. Schon in der Standardeinstellung erfreut der Single mit viel Druck und bissiger Drehfreude ab knapp 3 000 Touren, nur in den hohen Gängen mag er unten herum nicht ruckfrei ans Vollgas gehen. Lebendig und gleichmäßig zulegend schiebt er voran bis rund 7500 Umdrehungen, dann wird im knackig abgestuften, gut bedienbaren Sechsganggetriebe weiter hoch geschaltet. In Schräglage lassen die kräftigen Drehmomentattacken die braven Michelin Pilot Power-Pneus nicht unberührt, die mit gutmütigem Wheelspin dem Austria-Single Respekt zollen. Eine gut dosierbare, erfreulich leichtgängige Kupplung und die APRC-Rutschkupplung erleichtern das Herunterschalten vor Kurven; zum Überholen ist das kaum nötig - hier reicht in der Regel der vorhandene Druck im Kessel. Ganz vibrationsfrei läuft der Einzylinder trotz Doppelzündung, Ausgleichswelle und besserer innerer Balance nicht. Doch wer lange keinen Single mehr gefahren ist, wird von der angenehm-kernigen Laufkultur positiv überrascht sein, so wie von den gesunkenen Unterhaltskosten: Zusammen mit den übrigen Maßnahmen sorgen zahlreiche Motormodifikationen wie neue Pleuellager für lange Inspektions-Intervalle von 10000 Kilometern, die höhere Effizienz beschert einen um acht bis zehn Prozent geringeren Verbrauch bei gleichzeitig größerem Tank - 14 statt 13,5 Liter - als beim Vorgängermodell. Leichtigkeit, Vielseitigkeit, Verarbeitung und der attraktive Preis von 7495 Euro können voll überzeugen. Man braucht also kein Prophet zu sein, um für die Schar überzeugter Duke-Jünger 2012 einen deutlichen Zuwachs voraus zusehen.


KTM 690 Duke
Die neue KTM 690 Duke ist für ein Einzylindermotorrad bärenstark.
Thilo Kozik/mid
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