Last Update 18.05.2009 09:01 Uhr

Kawasaki VN 1700 Voyager


Bis ans Ende der Welt

Kawasaki VN 1700 Voyager
Lebendgewicht, und so bleiben für die Zuladung nur noch 168 Kilogramm übrig. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass sich die Voyager für Fernreisen geradezu aufdrängt. Neben der erwähnten Windstille sorgen vor allem das ultrabequeme Sitzambiente inklusiveden Trittbrettern für stressfreie Ausflüge bis zum Horizont und darüber hinaus. Der sechste und letzte Gang ist als drehzahl und spritsparender Overdrive ausgelegt. Und 20 Liter Benzinvorrat lassen eine ordentliche Reichweite zu. Ein weiteres Schmankerl: der mit Kohlefaser verstärkte Zahnriemen zum Hinterrad benötigt weder Wartung noch Pflege. Als artgerechter Antrieb kann bei einem Cruiser nur ein V2-Motor dienen. Kawasaki hat einen solchen als Neuentwicklung im Programm, ein Derivat aus der nicht mehr gebauten VN 1600 und der riesigen VN 2000. Genau 1,7 Liter Hubraum misst das flüssigkeitsgekühlte Triebwerk. Daraus holt es eher bescheidene 54 kW/73 PS Leistung, doch viel wichtiger ist in diesem Motorradgenre ein dickes Drehmoment. Und damit kann die Voyager allemal protzen: 136 Nm liegt bei nur 2 750 U/min an. Dabei entwickelt der Vierventiler seine Kraft auf eine eher sanft zurückhaltende Art, wobei er den Drehzahlbereich zwischen 2 500 und 4 000 U/min bevorzugt. Darüber wird es für die beiden Ausgleichswellen schwer, die bis dahin unterschwellig vorhandenen Vibrationen im Zaum zu halten. Ein leichtes Pulsieren wird in Cruiser Kreisen jedoch gern in Kauf genommen, schließlich entscheidet man sich ja

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auch deshalb für einen Zweizylinder. Die Benzinversorgung der bierglasgroßen Brennräume übernimmt eine neue, vollelektronische Einspritzanlage, bei der nur noch die Befehle vom Gasgriff aus mechanisch erteilt werden. Fakt ist, dass die Voyager perfekt am Gas hängt und Drehbewegungen der rechten Hand vollkommen ruckfrei umsetzt. Der mächtige V Motor sitzt in einem stabilen Doppelschleifenrohrrahmen, der sich vorn über eine Teleskopgabel, hinten über eine konventionelle Zweiarmschwinge mit zwei Federbeinen abstützt. Im Fahrverhalten gibt sich die Voyager keine Blöße, sieht man einmal von der Neigung ab, in Kurven eigenständig weiter in Schräglage abzukippen. Dann muss der Fahrer korrigierend eingreifen. Überhaupt sollten Kurven nicht zu schnell durchfahren werden, weil die voluminösen Trittbretter frühzeitig zu Boden gehen und sich außerdem eine gewisse Unruhe im Fahrwerk breit macht. Der Fahrkomfort ist hingegen über jeden Zweifel erhaben, die VN rollt über alle Frostaufbrüche und Schlaglöcher souverän hinweg. Verzögert wird das Motorrad mittels dreier Bremsscheiben, die untereinander durch das K ACT System (Kawasaki Coactive Braking Technology) verbunden sind. Dabei organisiert ein computergesteuertes System die optimale Bremskraftverteilung und verstärkung. In der Praxis arbeitet das System vor allem mit dem ordentlich funktionierenden ABS sehr gut, hohe Hand- und Fußkräfte sind dennoch vonnöten.


Kawasaki VN 1700 Voyager
Thilo Kozik/mid
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