Last Update 26.10.2010 16:29 Uhr

Intermot Oktober 2010


Gemischte Zweirad-Gefühle

Intermot Oktober 2010
mit einer Kombibremse sinnvoll überarbeiteten Cruiser XVS1300A Midnight Star and XV1900A Midnight Star. Für die Highlights der Intermot sorgten dagegen die Europäer, allen voran BMW: Der bayerische Hersteller trumpft mit den beiden Sechszylindermodellen K1600 GT und K 1600 GTL mächtig auf. Die beiden Sechszylinder Reihen-motoren sind ultrakompakt konstruiert mit Getriebe und Nebenaggregaten hinter den nach vorn geneigten Zylindern. Sie schöpfen aus exakt 1 649 Kubikzentimetern Hubraum satte 118 kW/160 PS Leistung und ein gewaltiges Drehmoment von 175 Newtonmeter. Gut 70 Prozent der Kraft sollen bereits bei 1 500 Touren anliegen und über die Kardanwelle an das Hinterrad in der Sportdimension 190/55 ZR 17 transferiert werden. Wie von den BMW Supersportlern bekannt, stehen drei verschiedene per Knopfdruck vom rechten Lenkerende aus wählbare Fahrmodi zur Verfügung. Das BMW Integral-ABS ist serienmäßig, optional gibt es eine Traktionskontrolle und die elektronische Fahrwerksverstellung ESA II. Ebenfalls Sonderausstattung ist das erste adaptive Kurvenlicht bei Motorrädern. Während die GT als Supertourer eher die Dynamik betont, legt die GTL ganz klar den Fokus auf Bequemlichkeit. So gibt es hier eine Zentralverriegelung für alle Schlösser vom Staufach bis zum Topcase. Mit der neuen Horex lockte ein weiteres innovatives Produkt aus Deutschland, auch wenn die ersten handverlesenen Exemplare des modernen Land-straßen Roadsters erst ab Mitte 2011 zu haben sein werden. Versehen mit der exklusiven VR6-Technologie ist die Horex ein Schmuckstück, das viele Besucher anzog. Genau so wie der neue rote Renner aus Bologna, das neue Supersport-Flaggschiff 1198 SP von Ducati. Natürlich bewahrt das neue Vorzeigemodell die bekannt schöne Hülle der italienischen Superbike-Familie, doch im Inneren werkeln die nach letzten Erkenntnissen im Rennsport konfigurierten elektronischen Helferlein: Die 1198 SP verfügt serienmäßig unter anderem über eine Traktionskontrolle, einen Schalt-Automaten und eine Antihopping-Kupplung, einen Leichtmetall-Tank sowie das Öhlins TTX-Federbein, das auch bei den Werksrennern eingesetzt wird. APRILIA transportiert sein fröhliches Landstraßenjäger-Konzept Dorsoduro mit einem 1200er Motor auf ein höheres Niveau. Der moderne, flüssigkeits-gekühlte 90 Grad Vau-Motor leistet in der Spitze 96 kW/130 PS. Auf Wunsch lässt sich die Dorsoduro mit einer Traktionskontrolle ausrüsten, was für ein ruhigeres Gewissen beim Gasaufziehen aus der
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Kurve sorgt. MOTO GUZZI setzt als Traditions-Unternehmen mit der V7 Racer ganz auf die Historie, denn das neue Modell der V7-Baureihe imitiert die historischen Rennmaschinen der 60er Jahre. Beim Motor geht der Hersteller aus Mandello den bekannten traditionellen Weg mit dem quer eingebauten luft-ölgekühlten Vau-Motor, dessen Leistungsausbeute von 37 kW/50 PS ungeachtet des sportlichen Namens mehr nach Landstraßenabenteuer als nach Renn-Strecke riecht. TRIUMPH präsentierte als britische Traditionshersteller eine neue Version seiner Stilikone Speed Triple. Mit neuem Rahmen, neuen Feder-Elementen, Rädern und auch mächtig modernisierter Optik will die Engländerin sportliche Naturen befriedigen. Dazu ist sie um gleich drei Kilo abgespeckt worden, ihr markanter 1 050-ccm-Dreizylindermotor liefert mit 111 Newtonmeter mehr Drehmoment als das Vorgängermodell und die Leistung ist um fünf auf 100 kW/135 PS gestiegen. Mehr Leistung als das Basismodell bietet auch das zweite neue Modell der Briten, der ganz in Schwarz getauchte Powercruiser Thunderbird Storm. Mit einer 1 700 Kubikzentimeter großen Bigbore-Version des bekannten Paralleltwins der Thunderbird dürfte die Storm mit 156 Newtonmeter Drehmoment für mächtig Wirbel in der Cruiser-Szene sorgen. AUS ÖSTERREICH kommen von KTM Mut machende Signale für den Motorrad-Nachwuchs. Richtig schick kommt die 125 Duke daher, von einem selbst entwickelten Viertakt-Einzylinder mit DOHC-Steuerung und Vier-Ventiltechnik angetrieben, der echte 11 kW/15 PS stark ist. Mit dem mutigen, jugendgerechten Design wollen die Mattighofener die Lust aufs Zweirad unter den Heranwachsenden wecken. Für erfahrene Piloten hat die orange Marke die RC8 R Track neu im Programm, die bereits ab Werk ein echter Renner ist. Sie ist nicht für die Straße zugelassen, sondern wird direkt auf Bestellung in verschiedenen Ausbaustufen ausgeliefert - vom Clubrenn-Status bis zur homologierten Version für internationale Rennen. ELEKTROMOBILITÄT Einen neuen Schwerpunkt setzte die Intermot beim Thema Elektromobilität. Dem voll im Trend liegenden Antrieb war gleich eine ganze Halle gewidmet. Dort präsentierten eine Vielzahl kleinerer Aussteller ihre Mobilitäts-Lösungen, die hauptsächlich für den innerstädtischen Bereich konzipiert und maximal 45 km/h schnell sind. Integriert war auch ein Probe-Parcours, auf dem die elektrifizierten Fahrräder und Roller ausprobiert werden konnten.
Thilo Kozik/mid
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