Last Update 09.01.2009 18:06 Uhr

Honda Fireblade mit Combined ABS


Supersport? Aber sicher!

Honda Fireblade mit Combined ABS
Fahrverhalten an den Tag, das selbst in kniffligen Situationen keine unangenehmen Überraschungen bereithält. Die zehn Zusatz-Kilo können auch der Dynamik des 178-PS-Bike praktisch nichts anhaben. Energisch beschleu-nigt der 999 ccm große Reihen-vierzylinder die Fireblade voran. Das große nutzbare Drehzahlband und das satte Drehmoment schon bei mittleren Drehzahlen machen die Gangwahl auf einer kurvenreichen Rennstrecke einfach: Ein zu hoher Gang am Kurvenausgang macht fast nichts, die Honda schiebt schon ab 6 000 Touren an wie ein Stier. Ob der etwas klein geratene Digital-Tacho am Ende der langen Zielgeraden nun ein bis zwei km/h weniger anzeigt als bei einem Modell ohne C-ABS, ist nicht überprüfbar und allein theoretischer Natur - bei Geschwindigkeiten jenseits der 270 km/h sind in erster Linie gute Bremsen wichtig. Hier werkelt das neue Honda-Combined ABS wie gewünscht und erweist sich als echter Fortschritt: Haut der Fahrer vorn mächtig in die Bremstasten, erzeugt das System eine kurzzeitige heftige Bremsung an der Hinterhand. Effekt: Das Heck wird ein wenig in die Federn gezogen, was eine allzu schnelle Entlastung des Hinterrades verhindert - das Heck beginnt nicht zu schlingern, wie ansonsten bei längeren maximalen Verzögerungen üblich. Umgekehrt bewirkt ein voll betätigter Fuß-bremshebel kurz vor dem Blockieren des Hinterrades eine stetig zunehmende Bremskraft am Vorderrad, was den Bremsvorgang wiederum für möglichst kurze Verzögerungswege optimiert. Registriert das System darüber hinaus einen Radstillstand, setzt wie gewohnt das ABS ein und verhindert ein Blockieren der Räder. Allerdings umgeht der ABS-Modulator, der den Bremsdruck reduziert, den Weg über den Bremshebel, was für besonders feine Regelvorgänge ohne Pulsieren in den Hebeln sorgt. Einen häufigen Irrtum

gilt es hier aufzuklären: Auf der Rennstrecke wird das Combined ABS im Trockenen nicht unbedingt zu schnelleren Rundenzeiten verhelfen, der große Vorteil des Systems liegt in der zusätzlichen Sicherheit vor allem im normalen Straßenverkehr. Hier kann der Fahrer bei Gefahrenbremsungen bedenkenlos voll am Bremshebel ziehen, ohne ein blockierendes Rad oder ein instabiles Motorrad befürchten zu müssen. Bremsversuche auf einer bewässerten Fläche und über Sand zeigen: Trotz heftigsten Zugs am Bremshebel stoppte die Honda auf dem schlüpfrigen Untergrund völlig risikolos und sicher. Besonders beeindruckend ist die Wirkung beim Reibwertsprung: Beim Bremsen vor der Sandstrecke verzögert die Honda vehement, auf dem losen Untergrund modulierte der Rechner den Bremsdruck sehr feinfühlig für optimale Verzögerung ohne eine Radblockade. Wieder auf griffigem Asphalt, packten die Bremszangen erneut herzhaft zu - alles bei unverändert voll gezogenem Bremshebel. Trotz des Mehrgewichts überlegt sogar der Deutsche Superbike-Meister Martin Bauer, das Combined ABS in seiner Renn-Fireblade in der nächsten Rennsaison einzusetzen: \"Vorteile bietet das System im Feuchten und bei wechselnden Bedingungen. Hier kann man unbeschwert und sicher bremsen und braucht sich nicht an variable Grenzbereiche heranzutasten. Damit ist man unterm Strich schneller unterwegs und vermeidet Stürze, was in der Endabrechnung wertvoll sein kann.\" Ihre Deutschland-Premiere feiert die Fireblade mit C-ABS auf dem Honda Supersporttag am 14. Februar 2009. Für 14990 Euro steht der sicherheits-bewusste Supersportler in den Start-löchern, ohne die innovative Technik wird es 1 000 Euro günstiger. Für die aufsehenerregende Repsol-Sonderla-ckierung kommen noch einmal 500 Euro drauf.


Honda Fireblade mit Combined ABS
Thilo Kozik/mid
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