Last Update 02.01.2012 21:08 Uhr

Harley-Davidson Ultra Classic Electra Glide


Fulminantes Fernwehvergnügen -

Harley-Davidson Ultra Classic Electra Glide
Zur Saison 2012 kehrt die bei 25895 Euro startende Kingsize-Harley ins deutsche Modellprogramm zurück.
Arbeit sonor donnernd nachgeht und das Dickschiff über-raschend agil macht. Natürlich kann es diese Harley-Davidson nicht mit einer wuseligen Reiseenduro aufnehmen. Doch so behäbig, wie die Optik vermuten lässt, ist sie keineswegs. Trotzdem verlockt sie mehr zu einer genuß-orientierten Fahrweise als zur Kurven-Kratzerei. Reisen statt Rasen liest man zuweilen an Autobahnen: Es könnte der Slogan für die Ultra Classic Electra Glide sein, die ab Werk mehr als üppig ausgestattet wurde. Eine bequeme Doppelsitzbank mit Soziusrückenlehne versteht sich hier ebenso von selbst wie die langen Fahrertrittbretter, die in der Höhe einstellbaren Soziustrittbretter oder die gabelfeste Bat-Wing-Verkleidung. Hinter dieser thront es sich ausgesprochen leger, weitgehend geschützt vor den Unbilden der Witterung, die an den belüfteten Beinschilden oder den Windabweisern an Verkleidung und Rahmen nur schwer vorbeikommt. Aber nur, solange man sich mit moderaten Tempo bewegt, stören doch jenseits von 130 km/h heftige Verwirbelungen am Helm. Zudem wird dann der Musik-Genuss beeinträchtigt: Für zusätzliche Entspannung während der Reise sorgt neben dem Tempomat auch das 80 Watt starke Audiosystem mit einem MP3-kompatiblem CD-Player, Gegen-Sprechanlage und vier Lautsprechern. Wer lange verreisen will, der muss natürlich auch das Gepäck verstauen: Die beiden Hartschalenkoffer sowie das Topcase sind abschließ-, aber nicht

abnehmbar. Also braucht es die passenden Innentaschen fürs Gepäck - wobei die Zuladung von 204 Kilo berücksichtigt sein will. Das ist mit zwei stämmigen Personen nebst einer entsprechender Ausrüstung, Helm und Lederbekleidung kein utopischer Wert: Das zulässige Gesamtgewicht der Ultra Classic Electra Glide liegt bei respekteinflößenden 617 Kilo. Folglich bedarf es eines gerüttelt Maß an Erfahrung, will man den Dresser mit lässiger Eleganz durch die Lande dirigieren. Und auch Rangiermanöver auf engem Raum sollte man sich gut überlegen, fehlt es doch an einem Rückwärtsgang. Dafür kann man sich auf die Brembo-Stopper verlassen: Die drei Bremsscheiben und das serienmäßige ABS werden den Anforderungen der FLHTCU durchaus gerecht. Die Maschine wird 2012 in Vivid Black, Ember Red Sunglo, White Hot Pearl sowie in den Farbkombinationen Big Blue Pearl & Vivid Black und Ember Red Sunglo & Merlot Sunglo angeboten, wobei der Preis je nach Farbvariante auf 26 135 Euro sowie 26 610 Euro im Falle der Zweiton-Lackierung steigen kann. Dafür krönt ein feines Pinstriping alle Lackversionen der opulenten Fernweh-Maschine, mit der Harley-Davidson ein Bike zurück auf den deutschen Markt holt, das auch auf der B8 oder der A7 für Highway-Feeling sorgt. Ein bisschen American Way of Drive steckt eben in jedem Full Dresser von Harley-Davidson. Und zwar seit Jahrzehnten.


Harley-Davidson Ultra Classic Electra Glide
Ein bisschen American Way of Drive steckt in jedem Full Dresser von Harley-Davidson.
Heiko P. Wacker/mid
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