Last Update 09.01.2009 18:06 Uhr

Fahrbericht Aprilia RSV Mille Modell 2007


Italienischer Genuss

Fahrbericht Aprilia RSV Mille Modell 2007
Die Aprilia RSV Mille darf wirklich ohne Übertreibung als vollends gelungen bezeichnet werden
Topspeed: über 280 km/h
Topspeed: über 280 km/h
Auch die Topspeed mit über 280 km/h ist allemal ausreichend. Dabei kommt mir in Sachen Windschutz meine Länge von 1,76 Metern entgegen. Wie sich die Verkleidung bei größeren Fahrern auswirkt, vermag ich nicht zu beurteilen, ich empfand sie als ausreichend für einen Supersportler.

Das maximale Drehmoment von 103 NM liegt dann auch bei 8.000 U/Min. an. Ich muss gestehen, dass mich sportliche Zweizylinder vom Schlage eine Duc oder eine Mille immer fasziniert haben. Was aber nicht heißen soll, dass ich befangen bin. Dieser Bums von unten ist einfach emotionsfördernd. Nichts gegen sportliche Vierzylinder, aber wie ein V 2 aus den Ecken heraus, bei geringer Drehzahl beschleunigt werden kann, hat einfach den höheren „Grinsfaktor“. Die Art, wie die RSV Mille ihre Leistung abgibt, diese Gleichmäßigkeit, dieser Wumms, ich bin begeistert. Wer braucht schon 180 PS oder mehr. Die 143 Pferdestärken der Mille sind klasse handelbar gut zu beherrschen und das ist es, was wirklich zählt.

betätigte Kupplung kommen. (Endlich einmal eine Hydraulikkupplung, die leichtgängiger als eine Seilzugkupplung ist!). Ab 3.000 U/Min. steht die Mille unter Dampf, um bei 6.000 U/Min. bis hin in den fünfstelligen Bereich nochmals zuzulegen. Dabei darf die Art der Leistungsabgabe durchaus als gleichmäßig bezeichnet werden. Typisch zweizylindrisch ist der große Druck aus dem Drehzahlkeller; eher ungewöhnlich ist, dass die Mille auch bei höheren Drehzahlen eher noch zulegt und ihr im oberen Drehzahlbereich nicht die Luft ausgeht. Lasse ich es die ersten Kilometer noch etwas zurückhaltend angehen, animiert mich die Mille nach und nach immer mehr zur sportlichen Gangart. Das tolle Handling der vollgetankt 212 Kilogramm leichten Aprilia mit ihrem vorbildlichen Einlenkverhalten und der untadeligen Kurvenstabilität lassen mich immer vertrauter mit ihr werden. Die Fahrwerkskomponenten mit der Öhlins UpsideDownGabel, die schon optisch ein Schmankerl ist, und dem zentralen Federbein überzeugen trotz straffer Einstellung mit einem Ansprechverhalten, wie ich es von Serienteilen bislang noch nicht kannte. Dass die Federelemente natürlich voll einstellbar sind, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber. Das Fahrwerk der Mille ist einfach ein Gedicht. Und vor allem: so kann man die Leistung von 143 PS auch wirklich abrufen, ohne das Gefühl zu haben, man würde sich stetig im Grenzbereich bewegen. Mir jedenfalls sind 143, die ich beherrsche lieber, wie 180 oder mehr PS, die mich beherrschen. Darf man doch daran Zweifel haben, dass Nichtprofis knapp 200 PS wirklich beherrschen oder gar

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Prospekt RSV 1000 R
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Fahrbericht Aprilia RSV Mille Modell 2007

ausquetschen können. Was in der Mille steckt, zeigt sie mir, als ich mit zwei Freunden auf der „Nordschleife“ (nördliches Rheiderland) unterwegs bin. Fahrwerk und Leistungsentfaltung sind einfach phänomenal. Die vordere Bremsanlage steht dem in Sachen Bremswirkung und Verzögerung in nichts nach. Die leicht progressiv wirkende Anlage ist gut zu dosieren, da sie nicht zu empfindlich arbeitet. Das Umlegen in schnellen Wechselkurven macht einfach nur Spaß. Mit Druck beschleunige ich aus der Kurve, um es auf der Geraden richtig fliegen zu lassen. Vor der nächsten Kurve hart bremsen und einlenken. Das Grinsen in meinem Gesicht wird immer breiter. Zielgenau lenkt die Mille ein und durcheilt die Kurve auf einem sauberen Strich. Ob enge „Zweitegangkehre“ oder schnelle Kurve, die Aprilia überzeugt durch Einlenkverhalten, Zielgenauigkeit und Kurvenstabilität. Selbst üble Asphaltflicken und Fahrbahnaufbrüche bügeln die sensiblen Dämpferelemente einfach weg. Eine kleine Zigarettenpause an der Ems gibt mir noch einmal Gelegenheit, mit die tolle Verarbeitung und die mit Liebe zum Detail gefertigten Anbauteile genau zu betrachten. Fast unglaublich, wie edel eine Tausender aussehen kann, die mit ihrem Kaufpreis von 13.699,00 Euro nicht teuerer ist, als die Mitbewerber in dieser Sportklasse. Kritikpunkte sind einfach nicht zu finden, sieht man mal über die eingeschränkte „Rücksicht“ in den dafür formschönen und mit integrierten Blinkern bestückten Rückspiegeln hinweg. Mehr gibt es beim besten Willen nicht herumzumeckern.


Verbrauch bei sportlicher Fahrweise
Verbrauch bei sportlicher Fahrweise
Der Verbrauch liegt mit gut 7 Litern bei sportlicher Fahrweise im akzeptablen Bereich. Das Tankvolumen von 14 Litern fordert nach knapp 200 Kilometern einen Stop. Dieser wird aber von der Tankkontrollleuchte rechtzeitig angezeigt. Auch ansonsten bietet das Cockpit ausreichende und gut ablesbare Informationen.
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