Last Update 09.08.2010 15:30 Uhr

Hyosung ST 700i


Fahrbericht: Vernunft mit Vergnügen

Hyosung ST 700i
des Motors allemal, aber es muss dabei fleißig geschaltet werden, denn für die Maximalleistung sind immerhin 8 000 U/min notwendig. Auf der Autobahn pendelt sich das Tempo für entspanntes Fahren bei der Richt-Geschwindigkeit von Tempo 130 ein. Theoretisch kann man laut Hersteller mit dem Korea-Cruiser bis zu 176 km/h schnell unterwegs sein, aber nicht nur wegen starken Vibrationen an den Griffen und Fußrasten ist das nicht sinnvoll, es widerspricht auch schlichtweg dem Charakter des Fahrzeugs. Vorn und hinten wird mit je einer Scheibenbremse verzögert - die tun das durchaus akzeptabel, aber auch nicht besonders spektakulär. Dass bei dem günstigen Preis nicht alles Chrom sein kann, was glänzt, ist klar. Da muss an etlichen Stellen beschichteter Kunststoff statt Metall herhalten. Dass gespart wurde, merkt man obendrein an den wenig handlichen Blinkerschaltern und den fummelig zu bedienenden Knöpfen zum Rückstellen des Tages-Kilometerzählers. Andererseits verfügt die ST 700i über eine Warnblinkanlage sowie eine Lichthupe. Das mittig auf dem Stahltank angebrachte Zentralinstrument ist klar gegliedert, übersichtlich und vor allem nachts ein schöner Anblick. An der Abstimmung des Motors

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und des Vergasers muss allerdings noch gearbeitet werden: Unser Exemplar nervte durch Konstant-Fahrtruckeln. Zudem erwies sich das zweite Schloss für die Diebstahlsicherung im Alltags-Betrieb als lästig - da gibt es inzwischen elegantere Lösungen mit kombiniertem Zündschloss und Diebstahlsicherung. Neben dem günstigen Anschaffungs-Preis überzeugt die Hyosung ST 700i durch einen preiswerten Unterhalt: Die jährlich fällige Haftpflichtversicherung kostet beispielsweise bei der AXA lediglich 67,41 Euro. Zudem ermittelten wir bei unseren Testfahrten einen Durchschnittsverbrauch von 4,4 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer, was mit randvollem 17-Liter-Tank Etappen von gut 380 Kilometer ohne Tankstopp ermöglicht. Wer etwas weniger zügig unterwegs ist und Autobahnen möglichst meidet, kann problemlos den Verbrauch unter die Vier-Liter-Marke drücken, ohne beim Fahrspaß Einbußen hinnehmen zu müssen. Das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis ist aber bei weitem nicht das einzige Argument, das für den Korea-Chopper spricht. Es ist ein vernünftiges und vollwertiges Motorrad, das einen mit viel Vergnügen durch die Lande cruisen lässt.


Hyosung ST 700i
mid/Werner Wagner
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